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"Horror Cinema" aus dem Hause Taschen

Horrorfilme sind wohl in jeder Sammlung zu finden. Aber was ist „Horror“? Eigentlich wird in solchen Filmen „nur“ mit der Angst der Zuschauer gespielt, die in der Regel nicht wissen was auf sie zukommt. Jeder nimmt etwas Unheimliches, etwas Übernatürliche und auch etwas Ekliges anders wahr, was schon die alten Filmemacher wussten und daraus ihre Schlüsse zogen. Von den Filmgattungen ist der Horror das beständigste Genre, welches Fans in jedem Land hat. Egal ob jung oder alt, ob reich oder arm: Die Angst vor den Unbeständigen ist in den Menschen so tief verwurzelt, so dass die Regisseure in der Regel ein leichtes Spiel haben – wenn sie diese Angst zu nutzen wissen.

Die Leser bekommen mit „Horror Cinema“ von Paul Ducan und Jürgen Müller aus dem Taschen Verlag ein über 600 Seiten starkes Buch geboten, welches sich nach einer Einleitung mit der Frage „Was ist Horror“ beschäftigt, sich dann folgenden Kapiteln widmet:
- Slasher und Serienmörder
- Kannibalen, Freaks und Hinterwäldler
- Die Rache der Natur
- Science-Fiction-Horror
- Die lebenden Toten
- Geister und Spukhäuser
- Besessene, Dämonen und teuflische Bösewichte
- Voodoo, Sekten und Satanisten
- Vampire und Werwölfe
- Ungeheuer in Frauengestalt

Dazu gibt es am Ende des Buches noch einer Übersicht der „TASCHEN Top 50 Horrorfilme zu sehen. Zuerst bekommt der Leser einige Randdaten zum Film zu lesen. Wann und wo der Film entstanden ist, welche Laufzeit dieser hat und wer an der Produktion beteiligt war. Auf der darauffolgenden Seite ist dann das Kinoposter zu sehen, dann folgen mehrere Seiten mit Informationen zum Film, Szenenbildern und Zitaten.

Das Buch an sich ist 15 x 20 cm groß und enthält viele Bilder aus unterschiedlichen Filmen und von den Drehorten. Die Bilder gehen teilweise über eine komplette Seite, etliche sogar über zwei Seiten. Neben s/w-Aufnahmen sind auch Farbaufnahmen vorhanden, wobei es hier auf das Alter der Filme ankommt. Alle Bilder sind qualitativ hochwertig, zu jedem Bild gibt es einen kleinen Informationstext.

Im Übrigen reicht die Geschichte des Horrorfilms lange zurück, denn schon 1910 wurde mit „Mary Shellys Frankenstein“ der erste Horrorfilm (Stummfilm) veröffentlicht. 1922 folgte unter anderem „Nosferatu“, 1925 „Das Phantom der Oper“. In den 1930er Jahren begann die Zeit des Tonfilms. Nun konnte man die Zuschauer mit Effekten zusätzlich in Angst und Schrecken versetzen, was der Darsteller Boris Karloff unter anderem in „Frankenstein“ bewies. Es folgten die Weltkriege, bis um 1960 waren Horrorfilme nicht mehr so gefragt. Die Menschen hatten genug persönlichen Horror zu verarbeiten, wer in die Kinos ging wollte meist die großen amerikanischen Stars sehen.

In den 1960er Jahren begann die Zeit von Alfred Hitchcock. Dieser etablierte die Begriffe „Suspense“ und „MacGuffin“ in der Filmwelt, er gilt als einer der einflussreichsten Regisseure der Welt. Charakteristisch für seine Filme waren die Verbindung von Humor und Spannung und natürlich seine kleinen Auftritte. Anfangs hatte er zu wenig Statisten, so dass er selber einsprang, wenn jemand fehlte. Später warteten die Zuschauer regelrecht auf sein Erscheinen im Film, so dass er seinen Auftritt gleich zu Anfang des Films legte, damit sich das Publikum auf den Film konzentrieren konnte und nicht auf den Cameo von ihm wartete. Er spielte mit der Angst der Zuschauer, er legte an seinen Werken immer wieder selbst Hand an. In dieser Zeit entstanden unter anderem seine Filme „Die Vögel“ und „Psycho“, welche sich bis heute großer Beliebtheit erfreuen.

Das gebundene Buch ist komplett in schwarz gehalten, auf der Vorderseite und auf dem Buchrücken ist der Titel in weißer Schrift zu lesen. Diese alles verschwindet in einem Umschlag, der auf der Vorderseite das Monster aus „Der Schrecken vom Amazonas“ zeigt. Auf der Rückseite ist ein eine Szene aus „Dracula“ von 1931 zu sehen. Der Buchrücken des Umschlags zeigt das Kinoplakat von „Bram Stoker`s Dracula“ von 1992 und den Schriftzug des Titels.

Wer sich für Filmklassiker interessiert, sollte einmal einen Blick auf das Buch „Horror Cinema“ von Paul Ducan und Jürgen Müller aus dem Taschen Verlag werfen. Die Seiten sind fest eingebunden, die Bilder gekonnt ausgesucht und der Text sehr informativ.

(sk)

Zusätzliche Informationen

Titel: Horror Cinema
Seiten: 640
Herausgeber: Taschen
Erscheinungstermin: 08.05.2017

"Horror Cinema" aus dem Hause Taschen