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"David Walliams - Zombie-Zahnarzt" aus dem Hause Rowohlt

Wir alle kennen wohl die Geschichten über die Zahnfee, ein Fabelwesen, welches in der Nacht in die Zimmer der Kinder kommt, um dort die unter dem Kopfkissen deponierten Zähne abzuholen und dafür eine glänzende Münze oder ein kleines Geschenk da zu lassen. Immerhin sollte sich das Ausfallen des Milchzahns auch lohnen – zumindest für die Kinder.

Das es aber auch anders laufen kann, zeigt das Buch „Zombie Zahnarzt“ von David Walliams, der zuvor die Bücher „Gangsta-Oma“, „Kicker im Kleid“, „Ratten-Burger“ und „Terror-Tantchen“ verfasste. Im aktuellen Buch bereite sich gerade die dunkle, tiefe Nacht über die Häuser der Stadt, die Kinder liegen in ihren Betten und nicht wenige von ihnen haben einen ausgefallenen Zahn unter ihr Kopfkissen liegen, welcher in der Nacht hoffentlich von der Zahnfee abgeholt wird. Doch als sie am nächsten Morgen unter ihre Kissen schauen, befinden sich dort keine Münzen oder Geschenke, sondern unter anderem tote Schnecken oder eine krabbelnde Spinne! Was ist passiert? Wer steckt dahinter?

Das Buch beginnt mit der Geschichte von Alfie. Dieser ist ein 12-jähriger Junge, der mehr Lücken als Zähne im Mund hat. Und die noch vorhandenen Zähne sind entweder gelb oder braun – wobei letztere von der leckeren Schokolade und den Brausebonbons kommen. Und bevor ihr euch fragt ob Alfie keinen Zahnarzt kennt: Doch, den kennt er. Vor sechs Jahren war er bei Doktor Mr. Weiland gewesen, als Alfie Zahnschmerzen hatte. Dieser guckte durch seine dicke Brille in Alfies Mund, nahm eine große Stahlzange und setzt sie am Zahn an. Aber egal was er tat, egal wie doll er zog – der Zahn wollte einfach nicht raus. Er rief seine Sprechstundenhilfe und sogar andere Patienten zur Hilfe – aber niemand konnte den Zahn ziehen. Erst als der Arzt zu fest zudrückte brach der Zahn in tausend Teile und Alfie was ihn los. Leider, leider hatte der Arzt den falschen Zahn ins Visier genommen … und Alfie hatte nach der Tortur immer noch Zahnschmerzen. Kein Wunder also, dass Alfie kein großes Vertrauen in Zahnärzte hat.

Allerdings konnte er nicht allen Ärzten aus dem Weg gehen, wie Alfie nun feststellen musste. Denn ausgerechnet an seiner Schule wird mit Miss Wurzel eine neue Schulzahnärztin eingestellt. Zuerst dachte Alfie ja, dass sie nur eine Rede über Zahnpflege halten wollte. Und das wäre gut, denn solange diese sprach, würde kein Unterricht stattfinden. Doch dann sollten alle Schüler den Mund weit auf- und die Augen zumachen, während sie durch die Reihen geht. So wie es aussieht, hat sie sich vorgenommen Schülern genauestens auf den Zahn zu fühlen. Oder warum sollte sie plötzlich einen riesigen Berg Süßigkeiten verteilen?

David Walliams schafft es auch mit Buch wieder, die Leser schnell in den Bann zu ziehen. Er schreibt flüssig und interessant, schnell fühlt man sich neben Alfie durch seine wundersame Welt gleiten. Damit man besser versteht worum es geht, werden zum Anfang des Buches, nach Danksagung und Prolog, die verschiedenen Charaktere aufgelistet. Nicht nur mit Worten, sondern mit schönen Zeichnungen, so dass man sich die Personen in den jeweiligen Situationen sehr gut vorstellen kann. Dann beginnt die richtige Geschichte, wobei immer wieder Zeichnungen der gerade beschriebenen Szenen zu sehen sind. Wir haben uns gut unterhalten gefühlt, wobei der englische Humor vielleicht nicht jedem Lesen gefällt. Die Geschichte ist teilweise recht makaber, so dass man sich gut überlegen sollte, ob jüngere Kinder damit zurechtkommen oder nicht. Wer schon die vorherigen Bücher von David Walliams kennt und mag, kann bei „Zombie-Zahnarzt“ einen Blindkauf wagen.

Die Leser bekommen hier knapp 400 Seiten mit – in unseren Augen – großer Schrift geboten, die sich in einem festen Einband befinden. Diese wurde komplett in einem schönen Blau gehalten, der Titel kommt in Weiß daher und zeigt anstelle eines „O“ einen Augapfel. Dazu sieht man Dr. Wurzel und Alfie, letztere im Zahnarztstuhl, umgeben von einem Haufen Bonbons. Das Schutzcover zeigt das gleiche Bild, allerdings wurde hier die Schrift leicht reliefartig angelegt, so dass diese zu ertasten ist. Am Ende gibt es noch eine Leseprobe zu „Propeller-Oma“ zu lesen.

Wer Kinder ab ungefähr 10 Jahren hat die sich gerne gruseln, wird hier seinen Spaß haben. Wir finden, dass sich das Buch sehr gut zum Vorlesen eignet, so dass man die Geschichte zusammen mit seinen Kindern genießen kann.

(sk)

Zusätzliche Informationen

Titel: David Walliams - Zombie-Zahnarzt
Seiten: 416
Herausgeber: Rowohlt
Erscheinungstermin: 23.06.2017

"David Walliams - Zombie-Zahnarzt" aus dem Hause Rowohlt